Rollkragenpullover haben einfach Stil
In den 1890er-Jahren kam der Rollkragenpullover als Kleidungsstück im Golfsport und bei Feldsportarten wie beispielsweise Fußball und Hockey in Großbritannien auf. Erst danach – zu Beginn des 20. Jahrhunderts – begannen Seeleute und Knechte Rollkragenpullover bei der Arbeit zu tragen. Nach und nach wurden die Rollis so Teil der legeren Herrenmode. Es wurden Rollkragenpullover in verschiedenen Farben hergestellt, die sich in den zwanziger Jahren für kurze Zeit ein Modetrend zum Mittelklasse entwickelten. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Rollkragenpullover als Gegenentwurf zu formaler Kleidung mit Hemd und Krawatte betrachtet und galt als pfiffiger Dress Code unter Wissenschaftlern, Künstlern und anderen Intellektuellen. So kam es auch, dass Regisseur Woody Allen in seinen Filmen den schwarzen Rollkragenpullover als filmisches Symbol verwendet, um Intellektuelle zu charakterisieren.
Auch Frauen trugen später Rollkragenpullover
Die Feministinnen machten aus dem Rollkragenpullover schließlich ein Unisex-Kleidungsstück. Im Gegensatz zu den schwarzen Modellen der Männer trugen sie bevorzugt weiße Pullover mit Rollkragen. Als die Rollkragenpullover dann in den sechziger und siebziger Jahren Teil der Mainstream-Mode geworden waren, änderten sich auch die Schnittformen. Damen-Rollis gab es beispielsweise in figurbetonten engen Schnitten und allen erdenklichen Farben und Mustern. In den 90er-Jahren entdeckten Techno-Fans die Ski-Rollkragenpullover der 60er- und 70er-Jahre und trugen sie als Clubwear. Gekauft wurden solche Rollkragenpullover zunächst in Secondhand-Shops. Die Modeindustrie griff den Retrotrend auf und kreierte Rollkragenpullover im 60er- und 70er-Jahre-Stil.
Aktuelle Rollkragenpullover passen zu Leggings, Rock und Hose
Die aktuelle Rollkragenmode ist noch vielfältiger geworden. Es gibt extrem weite Schnitte sowie sehr lange Modelle und selbstverständlich variiert auch die Kragenform. Vom sogenannten Turtleneck, einem höheren Pulloverkragen, der auch den Hals wärmt, sich aber nicht umschlagen lässt, über sehr weite Schalkragen bis zur typischen engeren, mehrfach umgeschlagenen Rollkragenversion ist alles dabei. Man trägt sie entweder eng anliegend als Teil eines eleganten Outfits oder etwas weiter geschnitten in der Freizeit. Moderne Rollkragenpullover können außerdem ärmellos oder extralang sein. Auch die Materialvielfalt ist nahezu unbegrenzt: Sie reicht von edler Cashmere- oder Mohairwolle bis hin zu funktionellen Kunstfaserstoffen, die beispielsweise beim Skifahren wärmen. Sehr beliebt sind nach wie vor Rollkragenpullover aus Schur- oder Baumwolle. Ein kurz geschnittener Rolli kombiniert zu Rock oder Hose oder ein extralanger Pulli zur Leggings ist nicht nur zweckmäßig und warm, sondern auch ein Blickfang. Damen können ihr elegantes Outfit noch mit einer auffälligen Modeschmuckkette abrunden und sind so bestens gestylt für eine kalten Wintertag.